Sankt‑Wenzels‑Konzert
Geburt – Vergehen – Hoffnung
Sonntag, 27. 9. 2026 um 18:00
Kirche St. Wenzel
Mikulov (Tschechien)
Wir laden Sie herzlich zu einem außergewöhnlichen Konzert ein, das am Sonntag, den 27. September 2026, ab 18:00 Uhr in den eindrucksvollen Räumlichkeiten der Kirche St. Wenzel in Mikulov stattfindet. Das Konzert mit dem Titel „Geburt – Untergang – Hoffnung“ präsentiert das renommierte Kammerensemble ANMOEN unter der künstlerischen Leitung von Jaromír Nosek. Dieses Ensemble, das großen Wert auf die sensible Verbindung von Alter Musik mit der Gegenwart legt, führt die Zuhörer durch einen intimen musikalischen Dialog über die Jahrhunderte hinweg – und zwar mit dem unverwechselbaren Klang von Vokalbass, Viola da Gamba, Theorbe und Orgelpositiv oder Cembalo. Die Dramaturgie des Abends bietet ein einzigartiges Musikerlebnis, das thematisch in drei kontrastierende Teile gegliedert ist. Die Besucher können sich auf Instrumentalkompositionen und Vokalwerke bedeutender europäischer Komponisten des 17. Jahrhunderts wie Henry Purcell, Claudio Monteverdi oder Marin Marais freuen. Diese barocken Perlen erklingen in einem eindrucksvollen Kontrast zu den Werken der zeitgenössischen tschechischen Komponisten Tomáš Hanzlík und Marek Kubát. Das Programm wird zudem durch kurze Improvisationen namens Meditatio belebt. Diese musikalischen Miniaturen, inspiriert vom St.-Wenzels-Choral, bilden eine imaginäre Brücke zur Schlusskomposition De profundis aus dem Jahr 2020. Kommen Sie am Vorabend des tschechischen Staatsfeiertags, um die festliche Atmosphäre des Mikulover Gotteshauses zu genießen, und lassen Sie sich von den tiefen musikalischen Emotionen sowie der Hoffnung, die dieses ungewöhnliche Programm mit sich bringt, mitreißen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Künstler
- ANMOEN (ANtico MOderno ENsemble) ist ein kammermusikalisches Ensemble, das sich der Interpretation der Musik des Frühbarock und deren einfühlsamer Verbindung mit Werken zeitgenössischer Komponisten widmet. Es belebt in Archiven verborgene Kompositionen und gibt gleichzeitig Impulse zur Entstehung völlig neuer Musikwerke. Das Ensemble ergänzt die Dramaturgie der Konzerte durch musikalische Improvisationen und verfügt dank seiner ungewöhnlichen Besetzung aus Vokalbass, Viola da Gamba, Theorbe und Orgelpositiv/Cembalo über ein sehr spezifisches, unverwechselbares Timbre. Die Mitglieder des Ensembles sind Absolventen renommierter in- und ausländischer Musikhochschulen und arbeiten mit einer Vielzahl führender Ensembles zusammen, nicht nur im Bereich der sogenannten Alten Musik. cs.jaromirnosek.com
- Der Bassist und künstlerische Leiter des Ensembles ANMOEN, Jaromír Nosek, studierte Chorleitung an der Pädagogischen Fakultät der Karls-Universität in Prag sowie Gesang am Prager Konservatorium in der Klasse von Jiří Kotouč und an der Musikfakultät der AMU in Prag bei Roman Janál und Katarína Bachmannová. Er absolvierte Stipendienaufenthalte an der Dartington International Summer School in Großbritannien, an der Accademia Chigiana im italienischen Siena und am Conservatorio Santa Cecilia in Rom. Er arbeitet mit renommierten europäischen Orchestern und Vokalensembles zusammen, wie Cappella Mariana, Gli Angeli Genève, Wrocław Baroque Ensemble, Prager Symphonieorchester FOK, Concerto Palatino, Collegium 1704, La Venexiana, Doulce Mémoire, Warsawska Filharmonia Narodowa oder Lautten Compagney. Seine umfangreichen Erfahrungen als Solist umfassen die Zusammenarbeit mit Dirigenten wie Václav Luks, José Cura, Stefano Montanari, Rudolf Lutz oder Christophe Rousset. Jaromír trat bei vielen internationalen Musikfestivals auf – Prager Frühling, Salzburger Festspiele, Festival d'Ambronay, Settimana Musicale Senese, Festival Oude Muziek Utrecht, Bach Festival Montréal, Festival del Centro Histórico de la Ciudad de México u. a. Dem Opernpublikum im In- und Ausland präsentierte er sich z. B. in der Titelrolle der Serenata La Senna Festeggiante von Antonio Vivaldi, als Caronte in L'Orfeo und Seneca in L'incoronazione di Poppea von Claudio Monteverdi, als Ortensio in Antonio Caldaras Oper L'Amor non ha legge, oder als Mozart-Interpret in den Rollen des Komturs (Don Giovanni), Sarastro (Die Zauberflöte) oder Figaro (Die Hochzeit des Figaro), für dessen Darstellung er in die engere Nominierung für den Thalia-Preis 2020 aufgenommen wurde. Er war an der Aufnahme von mehr als 50 CDs beteiligt, von denen viele Nominierungen und renommierte internationale Auszeichnungen wie Choc du Monde de la Musique oder ICMA (International classical music awards) erhielten.
- Jakub Michl spielt die Viola da Gamba. Er studierte Violoncello am Prager Konservatorium bei Tomáš Strašil, Musikwissenschaft an der Philosophischen Fakultät der Karls-Universität in Prag sowie Viola da Gamba am Trinity College of Music in London bei Alison Crum und bei Vittorio Ghielmi am Mozarteum in Salzburg. Darüber hinaus absolvierte er Meisterkurse und Privatstunden bei Jordi Savall, Wieland Kuijken, Marianne Müller, Hille Perl, Richard Boothby, Michael Brüssing, Petr Wagner, Reiko Ichise, Bruno Cocset, Irmtraud Hubatschek oder Marek Štryncl. Er ist Preisträger des Interpretationswettbewerbs für einen Soloauftritt mit dem Orchester des Znaimer Musikfestivals im Jahr 2013. Sein Interesse an der Musik des europäischen Mittelalters und dem Spiel auf der Fidel vertiefte er in Kursen in Besalú (Medieval Music Besalú) und Vancouver (Early Music Vancouver) bei Persönlichkeiten wie Benjamin Bagby, Norbert Rodenkirchen, Alejandro Fernandez Peralta oder Mauricio Molina. Jakub ist Gründungsmitglied und künstlerischer Leiter des Ensembles Motus Harmonicus und arbeitete bisher mit Ensembles wie Musica Florea, In Cordis Ensemble, Czech Ensemble Baroque, Ensemble Damian, Solamente naturali, Les Traversées Baroques, Trinity College Consort of Viols, Greenwich Baroque, Ritornello u. a. zusammen. Er ist auch als Musikpädagoge tätig. Er unterrichtet historisch informierte Aufführungspraxis Alter Musik und Viola da Gamba, die er in den Jahren 2011 bis 2013 als externer Dozent an der Universität in Cambridge lehrte.
- Der Arcilauten-Spieler Marek Kubát sammelte seine ersten musikalischen Erfahrungen im Alter von zehn Jahren, als er sich als Autodidakt mit dem Gitarrenspiel vertraut machte. Später studierte er dieses Instrument an der Grundkunstschule (ZUŠ) in Tišnov bei dem Lehrer Miroslav Ševčík und weiter privat beim Professor des Konservatoriums Pardubice, Stanislav Juřica. Kenntnisse in den Bereichen Jazzgitarre und Harmonie erwarb er im Unterricht bei dem Jazzer Vilém Spilka. Das Lautenspiel studierte er an der Akademie für Alte Musik in Brünn unter der pädagogischen Leitung von Miloslav Študent. Er absolvierte Lauten-Meisterkurse (Paul Beier, Michael Fields). Ab dem fünfzehnten Lebensjahr stand er mit Bands unterschiedlicher Stilrichtungen auf der Konzertbühne (z. B. mit dem folk-orientierten Malevil, der Jazz-Rock-Ha-Kapela, der Jazzband Mañana, dem World-Music-Quartett Czaldy-Waldy, usw.). Derzeit tritt er, neben Kammerprojekten, regelmäßig mit verschiedenen Barockensembles auf (Capella Ornamentata, Concerto Aventino, Ensemble Damian, Hof-musici, Musica Figuralis, Silva Rerum arte (PL), Societas Incognitorum). Neben der Interpretation barocker Musik arbeitet er auch oft mit Komponisten zeitgenössischer Musik zusammen (Tomáš Hanzlík, Dada Klementová, Matěj Kroupa, Katarzyna Szwed, Emil Wojtacki, Vít Zouhar). Als Lautenist wird er zu Barockmusikprojekten der Polnischen Baltischen Philharmonie eingeladen. Pädagogisch ist er an der Grundkunstschule in Tišnov tätig. Er arbeitet mit dem Atelier für Musical-Schauspiel an der Theaterfakultät der Janáček-Akademie für Musik und Darstellende Kunst in Brünn zusammen. Er ist Bandleader und Arrangeur der Jazzband Undistortion.
- Der Pianist, Cembalist und Orgelpositiv-Spieler Martin Smutný studierte Klavier am Konservatorium Pardubice in der Klasse von Jana Turková und Jaroslava Pěchočová. Danach war er Student der Fakultät für Kunst an der Universität Ostrava in der Klasse von Ivo Kahánek. Er absolvierte auch verschiedene Meisterkurse und Konsultationen bei den Pianisten Jan Jiraský, Jiří Skovajsa, Miroslav Langer, Boris Krajný, Ivan Klánský und den Cembalistinnen Giedré Lukšaité-Mrázková, Petra Ždárská, Filip Dvořák, Ilona Růčková und anderen. Als Solist trat er mit der Kammerphilharmonie Pardubice, der Janáček-Philharmonie Ostrava und der Mährischen Philharmonie Olmütz auf. Seit 2012 ist er Mitglied des Ensembles Damian, mit dem er regelmäßig konzertiert, CDs aufnimmt und bei Festivals wie Smetanas Litomyšl, Oper Prag, MHF Peter Dvorský, Barock Olmütz oder Opera Schrattenbach auftritt. Als Solist des Ensembles Damian führte er mit Erfolg die neuzeitliche Premiere des Cembalokonzerts von Josef Antonín Štěpán auf. Er widmet sich dem Kammermusikspiel (z. B. Trio Aperto, Musica Excelsia, Motus Harmonicus u. a.) und der Korrepetition (er arbeitete z. B. mit Kristýna Vylíčilová, Barbora Polášková, Jiří Přibyl und anderen zusammen). Seit 2011 ist er Klavierlehrer an der ZUŠ "Žerotín" Olmütz und seit 2019 auch als externer Dozent an der Pädagogischen Fakultät der Palacký-Universität tätig.
Entritt
Einheitspreis 100 Kč
Programme
(1659–1695)
Fairy Queen, 1692
(*1975)
2022
(1567–1643)
Selva morale e spirituale,1640
(*1972)
Svita in d moll, 2020
(1656–1728)
Pièces de viole IV, 1717
(1604–1664)
Il primo libro de motetti a voce sola,1655
(*1975)
2021
(1600–1665)
Celeste Palco, 1628
(1656–1746)
Suite Euterpe
(*1972)
2020
Ort
Die Pfarrkirche St. Wenzel, im historischen Herzen von Mikulov gelegen, ist eines der bedeutendsten und ältesten sakralen Denkmäler Südmährens. Dieses majestätische Bauwerk, das eine unübersehbare Dominante der Stadt bildet, verbindet eine tiefe geistliche Tradition mit einer unverwechselbaren Architekturgeschichte und dient bis heute als Zentrum des lokalen Pfarrlebens. Die ursprüngliche romanische Kirche stand an diesem Ort wahrscheinlich schon an der Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert. Ähnlich wie andere bedeutende Gotteshäuser durchlebte jedoch auch das Mikulover Heiligtum eine sehr bewegte Geschichte. Im Laufe der Jahrhunderte wurde es mehrfach durch verheerende Brände und kriegerische Überfälle, einschließlich der Hussiteneinfälle, schwer beschädigt. Vom ursprünglichen Bauwerk blieb nur wenig erhalten, doch zu Beginn des 15. Jahrhunderts begann der großzügige spätgotische Umbau zu einer geräumigen dreischiffigen Hallenkirche. Ihr heutiges charakteristisches Aussehen erhielt die Kirche nach und nach in der Zeit der Renaissance und des Barock, vor allem dank der großzügigen Unterstützung des mächtigen Fürstengeschlechts der Dietrichsteiner, das jahrhundertelang in Mikulov residierte und die Stadt architektonisch bereicherte. Ein unübersehbares Element ist der gewaltige Renaissanceturm mit seinem Umgang, der an die Kirche angebaut wurde und das unverwechselbare Panorama der Stadt vollendet. Das Innere der Kirche ist ein Paradebeispiel für das Ineinandergreifen verschiedener Baustile. Der Blick der Besucher wird vor allem von dem wunderschönen gotischen Netzgewölbe im Presbyterium, dem barocken Hochaltar und der wertvollen plastischen sowie stuckierten Ausstattung angezogen. Erwähnenswert sind zudem die historische Orgel und die einzigartige Akustik des gesamten dreischiffigen Raumes, dank derer die Kirche ein gefragter und beliebter Ort für Konzerte klassischer Musik ist. Das gesamte Gotteshaus ist überdies behutsam in die malerische Umgebung des Mikulover Schlosses und des historischen Stadtplatzes eingebettet, eng umschlossen von der Naturkulisse der Pollauer Berge (Pálava), was dem Ort eine noch schönere Atmosphäre verleiht.
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