Musikalische Pilgerreise durch die Zentren des italienischen Barock
Stiftskirche Geras / Basilica minor
Stift Geras
Wir laden Sie zu einem weiteren außergewöhnlichen Konzert des diesjährigen Festivals ein, das am Sonntag, den 23. August 2026, um 17:00 Uhr in den beeindruckenden Räumlichkeiten der Basilica minor im österreichischen Stift Geras stattfindet. Das Konzert mit dem Titel „Musikalische Reise durch die Zentren des italienischen Barocks“ präsentiert das renommierte Ensemble Hof-Musici mit den beiden hervorragenden Sopranistinnen Eva Benett und Kamila Zbořilová. Dieses Ensemble, das für seine entdeckungsfreudige Dramaturgie bekannt ist, führt die Zuhörer durch die damaligen Musikzentren Neapel und Ferrara, untermalt vom fesselnden Klang historischer Instrumente wie der Theorbe, dem Barockcello oder dem neapolitanischen Spinett.
Die Programmgestaltung des Abends bietet ein wunderschönes und völlig einzigartiges Repertoire an geistlichen Kantaten aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Die Zuhörer dürfen sich auf die Wiederbelebung von Werken italienischer Meister freuen, die nur in Archiven erhalten geblieben sind und in der modernen Zeit bisher noch nie publiziert wurden. Die Musik führt Sie durch barocke Reflexionen über die flüchtige Schönheit und die Vergänglichkeit des menschlichen Lebens, bietet aber auch geradezu überraschende Momente – wie etwa die musikalische Darstellung des geistlichen „Kartenspiels“ (Gioco all’Ombre) oder brillante, virtuose Soli für Theorbe und Violoncello.
Kommen Sie und genießen Sie die einzigartige Akustik sowie die majestätische Atmosphäre der Basilika von Geras und lassen Sie sich von der leidenschaftlichen und zugleich meditativen Musik des italienischen Südens mitreißen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
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Hof-Musici ist ein Vokal-Instrumental-Ensemble, das sich auf die Interpretation der Musik des 17. und 18. Jahrhunderts spezialisiert hat. Der deutsch-lateinische Name des Ensembles (wörtlich „Hofmusiker“) verweist auf die übliche Bezeichnung von Hofkapellen auf dem Gebiet des Heiligen Römischen Reiches in der Barockzeit. An diese Tradition knüpft nicht nur die internationale Besetzung des Ensembles an, sondern auch sein Repertoire, das sich vor allem auf die Musik bedeutender italienischer Komponisten konzentriert, deren Werke in Palästen, Kirchen und Theatern der ehemaligen Habsburgermonarchie aufgeführt wurden (A. Draghi, A. Gianettini, G. B. Viviani, A. Cesti, A. Caldara, G. Porsile, A. Vivaldi, N. Porpora, J. A. Hasse u. a.). Das Repertoire des Ensembles besteht dabei fast ausschließlich aus in der Neuzeit nicht veröffentlichten und nicht aufgeführten Kompositionen, die in Manuskripten in europäischen Bibliotheken und Archiven aufbewahrt werden.
Das Hauptinteresse des Ensembles gilt der Kantate, dem Oratorium und insbesondere der italienischen Barockoper. Neben der vokalen Aufführungspraxis widmen sich die Gesangssolisten des Ensembles auch der Wiederbelebung des Schauspielstils des 17. und 18. Jahrhunderts. Die Ausrichtung auf die Barockoper in der historischen Inszenierungspraxis führte zu einer Zusammenarbeit des Ensembles mit dem Schlosstheater in Český Krumlov (Krumau) – einem einzigartig erhaltenen Barocktheater aus dem Jahr 1766. Seit dem Jahr 2000 führen Hof-Musici hier alljährlich einige der Bühnenwerke großer, wenn auch oft zu Unrecht vergessener Meister der italienischen Oper (Alessandro Scarlatti, Antonio Vivaldi, Nicola Porpora, Johann Adolf Hasse, Antonio Caldara, Antonio Gianettini, Antonio Boroni und andere) in neuzeitlichen Weltpremieren auf. Im Jahr 2008 fand die Entdeckung und Rekonstruktion von Vivaldis Prager Oper Argippo, die bis dahin als verschollen galt, internationale Beachtung.
Hof-Musici sind zu Gast bei Festivals in der Tschechischen Republik und im Ausland: Osterfestival der geistlichen Musik Brünn, Peter-Dvorský-Musikfestival in Jaroměřice nad Rokytnou, Theatrum Kuks, Další břehy Opava, Barockfestival in Olmütz, Haydn-Musikfestspiele, Feste Musicali per San Rocco in Venedig, Internationale Händel-Festspiele Göttingen, Baroque à Saint-Roch Liège (Belgien), Festival Galuppi in Venedig, Barockabende Varaždin (Kroatien), Haydn-Tage Rohrau (Österreich), Haydn-Festival auf Schloss Eszterháza (Ungarn), Festivals Il Suono & Il Sacro in Caserta, Luoghi dello Spirito e del Tempo in Ravenna, Note senza Tempo auf Sardinien, Giovanni Paisiello Festival in Taranto, Handel Festival Japan (Tokio), Budapester Frühlingsfestival u. a. Seit 2008 sind Hof-Musici das Residenzensemble des Festivals der barocken Künste in Český Krumlov. Seit 2015 ist das Ensemble Partner der Stadt Český Krumlov bei der Revitalisierung der dortigen Klöster. In den neu rekonstruierten Räumlichkeiten des ehemaligen Klarissenklosters hat das Ensemble somit eine Basis für seine Aktivitäten gefunden, einschließlich der Veranstaltung von Konzerten, Seminaren u. a. Gründer und Leiter des Ensembles ist der Cembalist Ondřej Macek.
Eva Benett (CZ) – Sopran
Kamila Zbořilová (CZ) – Sopran
Dalibor Pimek (CZ) – barockes Violoncello
Marek Kubát (CZ) – Theorbe und Barockgitarre
Ondřej Macek (CZ) – Cembalo (spinetta napoletana), Orgelpositiv (organo di legno)
Eintritt
Freiwillige Spende
Programm
(ca. 1638–1681)
„Flüchtige Schönheit“; aus der Sammlung Cantate Morali, e Spirituali, Op. 7, Bologna 1680
(ca. 1640–1709)
„Die Vergänglichkeit des unruhigen Lebens“; undatiertes Manuskript in der Biblioteca dei Girolamini, Neapel
(ca. 1580–1651)
für Theorbe solo
(ca. 1656–1716)
„Das Kartenspiel“; undatiertes Manuskript in der Biblioteca dei Girolamini, Neapel
(1659–1690)
für Violoncello solo
(ca. 1656–1716)
„Engel und Jungfrau Maria“; undatiertes Manuskript in der Biblioteca dei Girolamini, Neapel
Fotogalerie
Ort
Die Stiftskirche im niederösterreichischen Geras bildet das geistliche Zentrum des Prämonstratenserstiftes, das 1153 als Tochterkloster von Želiv (Seelau) gegründet wurde. Die heutige barocke Gestalt der Kirche geht auf eine Umgestaltung zurück, die jedoch die romanisch-gotischen Ursprünge respektvoll bewahrt – unter dem Stuckmarmor verbergen sich noch immer die mächtigen Pfeiler der ersten dreischiffigen Basilika aus dem 12. Jahrhundert. Im Jahr 1953 wurde der Kirche der Ehrentitel Basilika minor verliehen – als Zeichen ihrer spirituellen Bedeutung und historischen Beständigkeit. Besonders eindrucksvoll ist das Deckenfresko mit Szenen aus der Lauretanischen Litanei. Der moderne Hochaltar mit Bronzeportal von Thomas Munz verweist auf das Patrozinium der Kirche (Mariä Geburt). Die Basilika ist bis heute ein lebendiger Wallfahrtsort: An jedem 13. des Monats kommen Gläubige, um sich der Fürsprache der Gottesmutter von Geras anzuvertrauen. Ihr Gnadenbild, das seit Jahrhunderten verehrt wird, bildet den Mittelpunkt des Hochaltares.