Vivaldi in Böhmen
Wiederentdeckte virtuose Violinsonaten
Freitag, 26. 9. 2025 um 19:00
Kirche Mariä Himmelfahrt und St. Wenzel
Znojmo, Loucký-Kloster (Tschechien)
Das Louka-Kloster in Znaim wird zum Schauplatz eines außergewöhnlichen Abends, der Antonio Vivaldis musikalische Meisterschaft mit der tschechischen Musikgeschichte verbindet. Im Rahmen des Festival-Konzerts erklingen ausgewählte, lange vergessene Violinsonaten des Komponisten, die dank musikwissenschaftlicher Forschung und interpretatorischer Leidenschaft heutiger Musiker wieder zum Leben erweckt wurden.
Vivaldis Beziehung zu den böhmischen Ländern war keineswegs nur symbolisch – seine berühmten Vier Jahreszeiten widmete er Graf Wenzel von Morzin, und zahlreiche seiner Handschriften sind in tschechischen Archiven erhalten geblieben. Dieses Konzert ist somit nicht nur ein musikalisches Erlebnis, sondern auch eine Hommage an die kulturellen Verbindungen zwischen Italien und Böhmen.
Künstler
- Seine musikalischen Anfänge sind mit dem Conservatori de Lleida unter der Leitung von Prof. Leopold Gil verbunden. Anschließend setzte er sein Studium an der Universität Ostrava bei Prof. Zdeněk Gola fort und später an der Hochschule für Musik Nürnberg bei Hans Peter Hoffmann. Am Conservatorium van Amsterdam in den Niederlanden spezialisierte er sich in der Klasse von Lucy van Dael auf Barockvioline. Während seines Studiums am Amsterdamer Konservatorium widmete sich Eduardo auch der musikwissenschaftlichen Forschung. Im Archiv in Zámrsk gelang ihm die Entdeckung eines Briefes von Antonio Vivaldi aus dem Jahr 1719, adressiert an Wenzel von Morzin, dem Vivaldi im Jahr 1725 „Die vier Jahreszeiten“ widmete. In den Jahren 1995 bis 1998 war er Mitglied des spanischen Jugendorchesters JONDE (Joven Orquesta Nacional de España). Er wirkte unter anderem in der Janáček-Philharmonie, dem Orquestra Simfònica del Gran Teatre del Liceu, Camera Musicae, Camerata XXI usw. Zwischen 2003 und 2008 war er Konzertmeister im Orquestra Simfònica Julià Carbonell de les Terres de Lleida. Von 2010 bis 2017 spielte er regelmäßig in den ersten Violinen der Tschechischen Philharmonie. Während seiner Tätigkeit in verschiedenen Orchestern hatte er die Gelegenheit, unter der Leitung bedeutender Dirigenten wie Carlo Maria Giulini, Jiří Bělohlávek, John E. Gardiner, Gianandrea Noseda, Eliahu Inbal, Herbert Blomstedt, Pinchas Steinberg u. a. zu musizieren. Derzeit ist er Konzertmeister im Musiktheater Karlín in Prag. Zugleich ist er Hauptorganisator des Karel-Halíř-Festivals. Eduardo García ist Geiger des Halíř-Trios zusammen mit der Cellistin Jana Podolská und der Pianistin Barbora K. Sejáková. Im Jahr 2019 war er Regieassistent der Oper Praga Nascente. Die moderne musikalische Rekonstruktion dieses Werks ausschließlich aus Musik von Vivaldi schuf Eduardo García Salas nach umfangreicher Recherche zu Vivaldi-Arien und in Zusammenarbeit mit führenden Fachleuten. Im Jahr 2021 war er Regieassistent bei Vivaldis Oper Farnace und Dramaturg des VI. Festivals in Valtice. Seit dem 10. 11. 2020 ist Eduardo Vorsitzender des Vereins Schloss Brtnice, der über die Persönlichkeit des Grafen Vinciguerra Thomas Collalto mit der Musik Vivaldis und Mozarts verbunden ist.
- Sie studierte Violoncello am Konservatorium in Pardubice und an der Musikfakultät der Akademie der musischen Künste in Prag bei Prof. Miroslav Petráš. Gleichzeitig studierte sie historische Aufführungspraxis an der Týnská-Schule – Collegium Marianum (Karls-Universität) in der Klasse von MgA. Marek Štryncl (Barockvioloncello). Sie nahm an zahlreichen internationalen Meisterkursen unter der Leitung anerkannter Persönlichkeiten der Alten Musik teil, u. a. bei I. Hubatschek, M. Štryncl, B. Cocset, N. Crnjanski, C. Giardelli, J. ter Linden, M. Müller, dem Ensemble Florilegium, U. Engelke, S. Standage und R. Dubrovsky. Im Jahr 2011 erhielt sie ein Stipendium der Austria Barock Akademie im österreichischen Gmunden, wo sie den 1. Preis – den "ABA Music Award 2011" – gewann. Als Interpretin und Kammermusikerin arbeitet sie mit verschiedenen Ensembles und Orchestern im Bereich der Alten Musik zusammen, darunter Musica Florea, Collegium 1704, Ensemble Inégal, Collegium Marianum und The Czech Ensemble Baroque. Sie ist Gründungsmitglied des Kammerensembles Ensemble Fiorello und Mitglied des klassizistischen Klaviertrios UNITAS. Mehrere Jahre war sie außerdem Teil des Kammerorchesters Ensemble 18+ und der Wranitzky-Kapelle, die sich auf Musik des Klassizismus spezialisiert haben. Seit 2004 ist sie festes Mitglied des Kammerensembles Barocco sempre giovane, das hauptsächlich Musik des Hochbarocks und des Klassizismus auf modernen Instrumenten aufführt, sich jedoch auch jüngeren Stilrichtungen und zeitgenössischer Musik nicht verschließt. In den Jahren 2018–2020 war Helena Matyášová Teil des Dozententeams der vokal-instrumentalen Masterclasses (Plánický 2018, Brentner 2019, Fischer 2020), die unter der Leitung und Schirmherrschaft des Vereins Svět podle Jakuba (Die Welt nach Jakub) junge Musiker in der Alten Musik ausbilden – insbesondere im Einstudieren und anschließenden Aufführen vokal-instrumentaler Werke von Komponisten des 17. und 18. Jahrhunderts im Raum Pilsen. Helena Matyášová tritt sowohl auf Konzert- als auch auf Festivalbühnen in Tschechien und im Ausland auf (u. a. Prager Frühling, Mitte Europa, Salzkammergut Festwochen Gmunden, Winter in Schwetzingen, Internationale Händel-Festspiele Göttingen, Concentus Moraviae, St.-Wenzels-Musikfestival, Internationales Festival Český Krumlov u. a.). Sie wirkt an internationalen Projekten der Alten Musik mit und beteiligt sich an Rundfunk- und Fernsehaufnahmen.
- Sie absolvierte das Konservatorium in Pilsen mit den Hauptfächern Klavier und Cembalo sowie die Akademie der musischen Künste in Prag (AMU) in der Cembaloklasse von Prof. Giedré Lukšaité-Mrázková. Anschließend setzte sie ihr Studium in der Meisterklasse von James Ogg am Königlichen Konservatorium in Den Haag und an der Royal Academy of Music in London fort. Im Jahr 2007 verteidigte sie erfolgreich ihre Dissertation an der AMU im Fach „Interpretation und Interpretationstheorie“. Sie ist Preisträgerin mehrerer internationaler Musikwettbewerbe. Als Solistin oder Mitglied verschiedener Kammerensembles trat sie auf zahlreichen bedeutenden Bühnen nicht nur in Europa, sondern auch in Übersee auf (Japan, Neuseeland, Südafrika, USA). Sie arbeitet u. a. mit Ensembles wie dem Prager Barockensemble, Hipocondria und Barocco sempre giovane zusammen. Im Jahr 2004 gründete sie gemeinsam mit der Flötistin Julie Braná das Ensemble Accento. Sie nimmt für die Labels Supraphon und ARTA auf – bei Letzterem veröffentlichte sie zusammen mit dem Ensemble Hipocondria eine einzigartige CD mit dem Gesamtwerk der Cembalokonzerte von J. A. Benda. Von 2003 bis 2005 unterrichtete sie an der Janáček-Akademie der musischen Künste (JAMU) in Brünn. Derzeit ist sie pädagogisch tätig am Gymnasium und an der Musikschule der Hauptstadt Prag sowie am Prager Konservatorium, wo sie Cembaloklassen leitet. Seit 2006 ist sie regelmäßig als Dozentin für Cembalospiel zur Sommerakademie für Alte Musik in Prachatice eingeladen. Im Sommer 2015 initiierte sie die Gründung des „Nullten Jahrgangs“ der Musikakademie in Vrchlabí.
Entritt
Freiwillige Spende
Programme
(1678–1741)
„Aus Bergamo“, RV 789 – Andante, (Allegro), Adagio, Allegro
(1696–1730)
Rk 20 – Adagio Fuga, Presto Siciliana, Allegretto Allegro
RV 815 – Allegro, Largo, Allegro
RV 816 – Allegro, Allegro, Largo, Allegro
(1698–1778)
Adagio, Allegro, Tempo di Menuet
RV 820 – (Allegro) Adagio, (Allegro) Adagio, (Allegro) Adagio, (Gigue: Allegro) (Allegro)
Vivaldi in Böhmen
Ort
Die Kirche Mariä Himmelfahrt und des heiligen Wenzel bildet das geistliche und architektonische Zentrum des Louka-Klosters in Znaim. Ihre Ursprünge reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück, als sie als Teil des Prämonstratenserklosters gegründet wurde. Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie mehrfach umgebaut – besonders prägend war der barocke Umbau im 17. Jahrhundert, der ihr das heutige Aussehen verlieh. Das Kircheninnere beeindruckt durch seine harmonische Barockarchitektur und eine außergewöhnliche Orgel aus dem Jahr 1675, die sich nahezu im Originalzustand erhalten hat. Ihr klangreicher, farbenfroher Ton verleiht Konzerten in diesem Raum eine unvergleichliche Atmosphäre. Die Kirche ist Teil des nationalen Kulturdenkmals Louka-Kloster, das über Jahrhunderte ein Zentrum von Bildung, Kunst und geistlichem Leben in Südmähren war. Heute verbindet sich hier Geschichte mit Kultur – und Konzerte klassischer Musik in dieser Kirche sind ein lebendiger Beweis dafür, dass der Geist des Ortes weiterlebt.
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